Aus dem Zweckverband Zivilschutzregion (ZSR) Hinterthurgau
Erfreuliches Jahr für den Zivilschutz Hinterthurgau Der Zweckverband „ZSR Hinterthurgau“ kann auf erfreuliches Jahr 2008 zurückblicken. Kommandant Stefan Badertscher darf eine in jeder Hinsicht positive Rückschau halten.Es war das erste Jahr mit Mokos, dem neuen topmodernen Alarmierungssystem. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass es funktioniert, obwohl glücklicherweise, mangels eines Ernstfalls das System die Feuertaufe in der Praxis noch nicht zu bestehen hatte. Die Kader- und Wiederholungskurse haben klar aufgezeigt, dass Führung und Mannschaft absolut auf der Höhe ihrer Aufgaben sind. Es konnten weitere wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Durch sinnvolle, gut vorbereitete Arbeiten und Übungen waren die Motivation und die Stimmung sehr gut. In der Tat durfte man den Zivilschützlern in dieser Hinsicht ein grosses Kompliment aussprechen. Nur ganz vereinzelte „Querschläger“, die aber jeweils sofort ausgemustert worden sind, waren zu verzeichnen. Wenn heute die jungen Männer zum Zivilschutz stossen, wissen sie dank der absolvierten Grundausbildung bestens was sie erwartet, aber auch was von ihnen erwartet wird. Sie bringen ausbildungstechnischer Hinsicht beste Voraussetzungen mit, um sich innert kürzester Zeit problemlos in die einzelnen Dienste zu integrieren. Ihre Vorgesetzten sind heute in der komfortablen Lage, dass auch die Neulinge ohne aufwändige Zusatzausbildungen schnell einsatzbereit sind. Trotzdem müssen immer wieder Selbstverständlichkeiten wie Pünktlichkeit, korrektes Tenü, Teamverhalten oder Rauchverbote, usw. vehement durchgesetzt werden. Um das vorhandene Wissen aufzufrischen und zu festigen sind auch in diesem Jahr verschiedenste Komponenten – zum Beispiel die Nothilfe und das Üben an den Funkgeräten – intensiv geschult worden. Am ersten Wiederholungskurs 2008 stand für die Zivilschutzangehörigen eine Evakuierungsübung auf dem Programm. Eine Schulklasse mit 22 Schülerinnen und Schülern aus dem Schulhaus Oberhofen in Münchwilen musste evakuiert, in die Zivilschutzunterkunft überführt und dort verpflegt und betreut werden. Die Übung verlief problemlos und professionell. Gross war die Freude bei den Bewohnerinnen und Bewohnern des Behindertenheims Sonnhalde Münchwilen. Zusammen mit ihrem gewohnten Pflegepersonal, aber ausgezeichnet unterstützt von den Mitgliedern des Zivilschutzes haben sie einen abwechslungsreichen Nachmittag erlebt. Die ungewohnte Aufgabe erwies sich für die Beteiligten als sehr emotional. Der Kontakt mit den Schwerstbehinderten war aber berührend und befriedigend zugleich, und zwar für beide Seiten, wie die spontanen Freudenbezeugungen der Handycapierten zeigten. Ein weiterer Höhepunkt des vergangenen Jahres war der Wiederholungskurs vom 29. September bis 1. Oktober. Auf dem Programm stand in Zusammenarbeit mit der Ortsfeuerwehr Sirnach der Abbau eines Betonsockels auf dem Sirnacher Gehren und ebenfalls an diesem Ort sind dringend notwendige Aufräumarbeiten am Spielplatz vorgenommen worden. Im Bachtobel ist das gesamte Bachbett gesäubert worden. Anforderungsreich waren auch die Abbrucharbeiten des alten Pumpenhauses in Eggetsbühl oberhalb von Wängi. Was der Zivilschutz zu leisten vermag, sieht die Öffentlichkeit seit diesem WK am besten beim Spazierweg, der rund um den Weiher beim Parkplatz an der Murg führt. Die Unterstützungsgruppe hat hervorragende Arbeit geleistet. Der Weg ist neu gekiest worden. Bäume und Sträucher in unmittelbarer Nähe des Spazierpfads sind zurück geschnitten und ausgelichtet worden. Das defekte Bänkli am oberen Ende ist ersetzt worden. Mittels einer Drainage ist dort auch sichergestellt worden, dass jetzt das Regenwasser wieder abfliessen kann. Zudem hat man die Wegführung geändert. Zwei alte, morsche und verwitterte Holztreppen wurden abgebrochen. An ihrer Stelle ist der Weg jetzt neu angelegt und auch rollstuhlgängig. Ebenfalls auf breiter Front auf sich aufmerksam gemacht hat die ZSO Hinterthurgau mit einer breit angelegten Evakuierungsübung im Primarschulhaus Kastanienbaum in St. Margarethen. Der Alarm wurde 1 : 1 ausgelöst. Morgens um sieben Uhr, ohne dass die Männer nur das geringste ahnte mussten sie zum Schadenplatz ausrücken. Das angenommene Unglück, ein massiver Gasaustritt, bedeutete eine echte Herausforderung. Ausgerückt war auch der Katastrophenführungsstab der Gemeinde Münchwilen. Im Gemeindehaus befand sich der Kommandoposten. In zwei Etappen mussten zuerst das Schulhaus und danach auch die benachbarten Häuser evakuiert werden. Kein einfaches Unterfangen, da ausser der Lehrerschaft niemand etwas von der Übung wusste. Während mehr als drei Stunden war das Gebiet für alle Anwohner, Passanten und Fahrzeuge gesperrt. Die Zivilschützer haben ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen können. Komplimente des zivilen Führungsstabs und von Gemeindeammann Lorenz Liechti an der Übungsbesprechung haben dies bestätigt. Selbstverständlich konnten die verantwortlichen Kadermitglieder aber noch einige Verbesserungen und Optimierungen in ihren Erfahrungsschatz aufnehmen. Ausgezeichnete Arbeiten haben aber alle Dienste abgeliefert. So auch der Kulturgüterschutz, der mit der perfekten Inventur aller kostbaren Gegenstände im Kloster Fischingen eine riesige Herausforderung, die noch nicht abgeschlossen ist, weitergeführt hat. Zu erwähnen gilt es aber auch die logistischen Dienste. Es war sicher nicht immer einfach zur rechten Zeit, genügend Fahrzeuge an die richtige Stelle zu beordern. Der Transportdienst hat aber tadellos geklappt. Ein Lob verdient aber auch die Küche, welche die Mannschaft mit „gluschtigen“ Menüs bei Laune hielt. Zum Schluss muss selbstverständlich auch Walter Kühne erwähnt werden. Der Zivilschutzstellenleiter war immer mit Rat und Tat zur Stelle, wenn man ihn brauchte. Seine Arbeit hat viel dazu beigetragen, dass zwischen Mannschaft und Kader jederzeit ein ausgezeichnetes einvernehmen herrschte. Unter seiner Federführung ist auch die Materialorganisation markant verbessert worden. Das gesamte Basismaterial von drei Rettungszügen ist aus den verschiedenen, über die Gemeinden verstreuten Anlagen eingesammelt, inventarisiert und neu in die Zivilschutzanlage Tannzapfenland Münchwilen eingelagert worden. Der gesamte Rest des Materials befindet sich jetzt in der BSA in Sirnach. Für das Kader erfolgte der Abschluss des Jahres in Form einer Belohnung, die für manchen aber auch eine grosse Herausforderung an seinen Mut bedeutete. Nach einem feinen Mittagessen dislozierte die Gruppe zu einer Felswand in einem Wald bei Zihlschlacht. Dort durften sie sich von einem Kollegen, der ein erfahrener Bergsteiger ist, von einer senkrechten 20 Meter hohen Wand abseilen lassen. Die Übung diente dem Zusammenhalt und kam bei den Männern ausgezeichnet an. Peter Messmer
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