145 Mann, ein Teil davon zwei,
der andere drei Tage, leisteten anfangs dieser Woche ihre diesjährigen
Diensttage bei der Zivilschutzorganisation Hinterthurgau (ZSO).
(mes) HINTERTHURGAU – Einrückungsort
war am Montagmorgen wie üblich beim Kommandoposten, der sich in
der Bereitstellungsanlage (BSA) Grünau in Sirnach befindet. Bedauerlicherweise,
und das ebenfalls wie gewohnt, hielten es einige wenige Dienstpflichtige
nicht für
nötig, dem Aufgebot Folge zu leisten. Sie werden nun dem Kanton
gemeldet und haben die Konsequenzen zu tragen haben.
Stabsassistenten und Betreuer
Die verschiedenen Dienste haben im Zivilschutz ganz unterschiedliche
Aufgaben zu bewältigen. Das zeigte sich auch am diesjährigen
Wiederholungskurs (WK) der ZSO Hinterthurgau. Die Stabsassistenten
absolvierten ihren Dienst dreigeteilt. Der erste Teil diente der Auffrischung
des theoretischen Wissens. Der zweite Teil war mit Funkübungen
ausgefüllt. Und im dritten Teil betrieben die Männer 1:1
einen Regionalen Führungsstab. Abwechslungsreich gestaltete sich
auch der Dienst bei den Betreuern. Sie hatten die 50 grössten
Schutzräume der Gemeinde Sirnach einer Kontrolle zu unterziehen.
Anhand einer Checkliste nahmen sie den Ist-Zustand auf und vermerkten
die Mängel. Die Ergebnisse gehen nun an die Gemeindebehörde,
welche über allfälligen Instandstellungsbedarf zu befinden
hat. Nebst dieser wichtigen Kontrollaufgabe besuchte der Betreuungsdienst
das Kantonalgefängnis in Frauenfeld und die Stützpunktfeuerwehr
Münchwilen. An beiden Orten erlebten die Zivilschützer informative
und spannende Führungen.
Spuren hinterlassen
Von den ersten zwei Dienstbereichen im Zivilschutz nimmt die Bevölkerung
meist nur wenig wahr. Anders sieht es bei den Pionieren aus. Sie hinterlassen
ihre Spuren immer wieder im Dienste der Öffentlichkeit. So haben
sie auch während dieses WK’s verschiedene Aufgaben im Auftrag
der Gemeinden erfüllt. Diese mussten minutiös geplant werden.
Schon Monate zuvor hatten sich die Zivilschutzkader damit beschäftigt.
Materialien mussten bestellt, Transporte organisiert und die Zusammenarbeit
mit privaten Firmen, Bauämtern und Forstbehörden koordiniert
werden. Die wichtigsten Arbeitsplätze befanden sich in Büfelden
Sirnach, wo eine sanierungsbedürftige Holzbrücke über
den Kanal abgebrochen und neu erstellt worden ist, auf der Sirnacher
Hochwacht, wo auf der Aussichtsplattform die Ruhebänkli erneuert
worden sind, bei der ARA Münchwilen, wo ein Grillplatz nach dem
Einsatz des Zivilschutzes jetzt wieder in neuem Glanz erstrahlt, in der
Badi Münchwilen, wo der alte Spielplatz abgebrochen worden ist sowie
in Fischingen. Dieser Arbeitsplatz zeigte sich hartnäckiger als
erwartet. Im Wald, oberhalb der Strasse Richtung Mühlrüti,
mussten die Zivilschützer in unwegsamem Gelände eine alte Einsiedlerklause
abbrechen. Es brauchte einiges an Muskelkraft, um die vor Jahrzehnten
illegal erstellte Waldhütte mit ihrem massiven Betonfundament und
dem unappetitlichen Plumpsklo in ihre Einzelteile zu zerlegen. Aber auch
diese schweisstreibende Aufgabe erledigten die motivierten Männer
zur Zufriedenheit des Fischinger Forstbetriebes.
Lob vom Inspizienten
Jakob Bütikofer, Kantonaler Instruktor im Amt für Bevölkerungsschutz
des Kantons Thurgau, inspizierte den Dienst der ZSO Hinterthurgau am
Dienstag. Nach intensiven Augenscheinen an den diversen Arbeitsplätzen
sprach er der Mannschaft und ihren Kadern Lob aus: „Was ich gesehen
habe, bereitete mir Freude. Die Männer waren seriös und motiviert
an der Arbeit. Die zu bewältigenden Aufgaben waren gut geplant,
abwechslungsreich und sinnvoll.“ In der Schlussbesprechung mit
ZSO-Hinterthurgau Kommandant Stefan Badertscher wies Bütikofer darauf
hin, dass es wichtig sei, bei den Arbeiten immer auch die Gerätschaften
des Zivilschutzes in den Einsatz zu bringen. Dadurch könnten diese
praxisnah beübt werden und die Aufgaben für die Zivilschutzangehörigen
würden noch interessanter.
PETER MESMER
BILDLEGENDEN:
1) Kaderrapport: Am Abend erteilen Kommandant Stefan Badertscher (links)
und Zivilschutzstellenleiter Walter Kühne den Kaderangehörigen
die Weisungen für den nächsten Tag.

2) Instruktor Jakob Bütikofer (rechts) zeigt zwei Zivilschützern
auf, was sie noch besser machen könnten.

3) Hochwacht Sirnach: Bei herrlichem Spätsommerwetter waren die
Zivilschützer motiviert an der Arbeit.

4) Feinarbeiten am Brückengeländer, welches den Spaziergängern
zukünftig ein sicheres Überqueren der Murg bei Büfelden
ermöglicht.

5) Der Abbruch einer kleinen Waldhütte oberhalb
von Fischingen erwies sich als harter, schweisstreibender Brocken.

6) Begegnung der besonderen Art: Zivilschützer und Badegäste
in der Badi Münchwilen.
Bilder: Peter Mesmer
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