Zivilschutzregion Hinterthurgau - Jahresbericht 2012
Das vergangene Zivilschutzjahr stand im Zeichen des Führungswechsels. Seit anfangs 2011 stehen Andreas Bucher, Kommandant und Reto Schenk, Kommandant Stellvertreter an der Spitze der Zivilschutzregion Hinterthurgau. Sie lösten den langjährigen Kommandanten Stefan Badertscher ab. Einen weiteren Wechsel gab es auch in der Leitung der Zivilschutzstelle. Michaela Herzog übernahm per 01. April 2010 diese Aufgabe von ihrem Vorgänger Walter Kühne. Die Mutationen auf der Führungsebene konnten ohne grössere Probleme vollzogen werden. Die drei Neuen haben sich bestens eingearbeitet, bewährt und lobenswerte Arbeit geleistet. Kader und Mannschaft standen 2011 insgesamt 848 Diensttage im Einsatz.
Sirenentest: 19. Januar
Nach dem Kommandanten-Rapport am 19. Januar startete das Zivilschutzjahr traditionsgemäss mit dem Sirenentest am 2. Februar 2011. Die Durchführung des jährlichen Sirenen-Probealarms bietet die Gewähr für die ständige Funktionstüchtigkeit der technischen Alarmierungsmittel (stationäre und mobile Sirenen, Sirenenfernsteuerungen, übermittlungstechnische Einrichtungen) und erlaubt Rückschlüsse auf die Einsatzbereitschaft der Alarmstellen der Gemeinden und des bezeichneten Alarmierungspersonals für den Vollzug der Sirenenauslösung sowie die Beschallungsfläche. Gleichzeitig bietet der Probealarm Gelegenheit, die Bevölkerung über das richtige Verhalten bei einer Alarmierung zu informieren. Ausserdem können technische Störungen und altersbedingte Defekte an der Alarmierungsinfrastruktur erkannt und systematisch behoben werden.
Einsatz an der Sirnacher Fasnacht: 16. bis 21. Februar
Ebenfalls wie in den Vorjahren stand eine Gruppe der Unterstützung zu Gunsten der Sirnacher Fasnacht im Einsatz. Die AdZs bauten wiederum das grosse Festzelt samt der Infrastruktur gegenüber der Thurgauer Kantonalbank ab. Zeitgleich stellte eine weitere Gruppe das Beachvolleyballfeld im Parkbad an der Murg instand. Die Arbeiten sind zur vollsten Zufriedenheit der SiFA-Organisation und der Genossenschaft Parkbad an der Murg geleistet worden. Die AdZs haben das positive Image, das die Zivilschutzregion heute geniessen darf, verstärkt.
Rapport für neue Dienstpflichtige: 9. März
Andreas Bucher und Reto Schenk begrüssten zehn AdZs am Informationstag. Dabei sind die Einteilungen aufgrund von Wünschen und Fähigkeiten der Nachwuchskräfte vorgenommen und sie über die bei der Zivilschutzregion Hinterthurgau geltenden Regeln informiert worden. Die kommenden Jahre müssen nun zeigen, welche Junge sich für zukünftige Kaderaufgaben aufdrängen.
WK Kulturgüterschutz: 14. und 15. April
Sechs Mann der Abteilung Kulturgüterschutz standen für die Bereinigung und den Abschluss des Langzeitobjekts „Kloster Fischingen“ im Einsatz. Eine weitere Aufgabe war die Erfassung der Region Sirnach (fotographische und schriftliche Erfassung aller A- und B-Objekte). Ein nächster Schritt wird nun die Auswertung der gesammelten Daten sein.
Kadertag in Affeltrangen und Sirnach: 27. April
Erstmals fand eine gemeinsame Kaderweiterbildung zusammen mit der angrenzenden Zivilschutzregion Affeltrangen (Affeltrangen, Bettwiesen, Braunau, Lommis, Schönholzerswilen, Tobel-Tägerschen, Wuppenau) statt. Am Vormittag standen in Affeltrangen ein Postenlauf und das Üben theoretischer Lektionen (Verkehrslenkung, Gerätekunde, Sicherheitsdienst) auf dem Programm. Der Nachmittag gestaltete sich dann eher sportlich. Im Sirnacher Hallenbad übten die Kaderangehörigen unter Anleitung einer erfahrenen Rettungsschwimmerin „Rettungen aus dem Wasser“. Die gemeinsame Übung war ein voller Erfolg. Wiederholungen steht nichts im Wege.
Einsatz am Thurgauer Gesangfest Sirnach: 20./21. und 27. Juni
Eine Gruppe der Unterstützung war aufgeboten, um beim Auf- und Abbau der Zeltstadt mitzuhelfen. Auch diesen Einsatz führten die Pioniere zur vollsten Zufriedenheit der Organisatoren aus.
Kommandorapport in Frauenfeld: 17. Juni
„Schadenplatzbeurteilung“ lautete das Thema an diesem Rapport. Zivilschutzinstruktoren des Ausbildungszentrums Schwarzenburg leiteten die interessanten und lehrreichen Übungen.
Kadervorkurs: 9. September
Ein intensiver Vorbereitungstag auf den Wiederholungskurs ist unumgänglich, damit die Mannschaft dann effizient arbeiten kann. Die topmotivierten Kaderangehörigen bereiteten sämtliche Aufgaben der einzelnen Dienste detailliert vor. Arbeitsplätze sind inspiziert und Materiallieferungen organisiert worden. Grossen Wert wurde auch auf das Üben der Ausbildungssequenzen gelegt. Kompetenz im Umgang mit der Mannschaft ist wichtig, denn nur so geniessen die Vorgesetzten Respekt und Ansehen.
Wiederholungskurs: 28. bis 30. September
Unterstützung: Über 60 Pioniere standen im Einsatz. Vor Beginn der praktischen Arbeiten stand ein Postenlauf mit den Geräten auf dem Programm. Dort konnten die Männer ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und den Umgang mit den Gerätschaften (Kettensäge / Tauchpumpe / Notstromgruppe / Beleuchtung / Spreizer, Schneidgerät) üben. Danach widmete man sich den Aufträgen der Gemeinde (Reparaturarbeiten Aussichtsturm Hochwacht Sirnach / Erneuerung Feuerstelle Hochwacht Sirnach / Reinigung Bachtöbeli Büfelden, Sirnach / Sanierung Wanderweg im Murgtal Münchwilen / Ausräumen altes Pumpenhaus Wängi / Sanierung Wanderweg hinter dem Kneipphof, Dussnang / Hangsicherung bei der Wasserstampfe Werkhof Dussnang / Unterhalt der Zivilschutzanlage Bächelacker, Eschlikon / Ersatz von Strassenpfählen und Einbau von Betonsockeln), für welche man im Anschluss wiederum breites Lob erfahren durfte. Auf die Sicherheitsvorkehrungen ist grössten Wert gelegt worden. Und somit war erfreulicherweise auch kein einziger Unfall zu verzeichnen. Dem Führungsverantwortlichen der Unterstützung ist es ein grosses Anliegen sich bei allen Auftraggebern, besonders bei den Gemeinden, für die interessanten Aufträge und die hervorragende Zusammenarbeit zu bedanken.
Schutzraumkontrolle: 12 AdZs standen im Einsatz. Nach einer Ausbildungssequenz – Umgang mit den neuen Beurteilungsblättern für Schutzräume –- kontrollierten sie im Auftrag der Gemeinde Münchwilen 48 Schutzräume und werteten diese aus. Der Gesamteindruck war positiv. Mehr als 60 Prozent der geprüften Anlagen wiesen keine Mängel auf. 10 Prozent der Schutzräume waren nicht einsatzbereit. Die schriftlichen Auswertungen sind der verantwortlichen Stelle der Gemeinde Münchwilen übergeben worden. Die Unterstützung der Gemeinde wird vom Verantwortlichen lobenswert erwähnt. Erfreulicherweise zeigten auch die Besitzer der Schutzräume Verständnis für die Kontrollfunktion des Zivilschutzes.
Kulturgüterschutz: 6 AdZs standen im Einsatz. Die Männer unterstützen den Schutz bei der Schutzraumkontrolle in Münchwilen.
Führungsunterstützung: 24 AdZs standen im Einsatz. Verkehrslenkung, Umgang mit Polycom und das Thema „Rollstuhl“ bildeten ausbildungsmässig die Programmschwerpunkte. Als praktische Übung folgte die Mithilfe bei der Betreuung betagter Personen im Altersheim Grünau in Sirnach. Besuche der Rega in Zürich und des Kantonsspitals Frauenfeld rundeten den spannenden und lehrreichen WK ab.
Nachhohler-WK: 16./17./18. November
Gut 20 AdZs haben zusammen mit den verantwortlichen Anlagewarten Servicearbeiten in sämtlichen Bereitstellungsanlagen der Region durchgeführt.
Fazit:
Die Übergabe des Kommandos ist erfreulich positiv verlaufen. Mit der neuen Führungskonstellation ist die Aufgabe des Stellvertreters klar aufgewertet worden. Das hat sich in der Praxis bestens bewährt, da Andreas Bucher und Reto Schenk sehr gut zusammenarbeiten und sich die Aufgaben teilen. Durch den regelmässigen Austausch von Informationen konnten sie die Führung stärken und auch die Stellvertretung ist jederzeit sichergestellt. Bereits ist auch die Nachfolge in die Wege geleitet worden. In der Person von Oberleutnant Leonardo Mazzanti konnte eine Person gefunden werden, die als Stellvertreter eingearbeitet wird. Mazzanti wird natürlich auch die entsprechenden Kurse besuchen.
Die Zusammenarbeit mit der neuen Zivilschutzstellenleiterin gestaltete sich ebenfalls sehr erfreulich. Michaela Herzog hat sich mit Ehrgeiz und Elan in das Aufgabengebiet eingearbeitet und ihre Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.
Sämtliche Anlässe verliefen erfreulich positiv. Von Auftraggeberseite her war durchwegs Lob und kaum Kritik zu vernehmen. Die Leistungen der Kader und der Mannschaft sind durchwegs sehr gut bewertet worden. Somit konnte das Image in der Öffentlichkeit weiter verbessert werden. Die Zeiten, wo der Zivilschutz als „lahme Truppe“ verschrien war, scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören.
Den Kommandoverantwortlichen ist aber bewusst, dass genügend Verbesserungspotenzial vorhanden ist – insbesondere bei der Disziplin, der Effizient und der Organisation. Dabei handelt es sich aber um Details.
Erfreulicherweise gab es im vergangenen Jahr wenig Querulanten. Das dürfte damit zusammenhängen, dass wer sich nach mehrmaliger Aufforderung nicht an die Regeln hält, konsequent dem Kanton gemeldet und somit sanktioniert wird.
Aufgrund eines Auftrages der angeschlossenen Gemeinden geht die Wartung sämtlicher Anlagen zukünftig zur ZSR Hinterthurgau über. Der Soll-Bestand von 12 Anlagewarten ist momentan aber bei Weitem nicht sichergestellt. Dank gezielter Rekrutierungsmassnahmen konnten im vergangenen Jahr 2 neue Anlagewarte gefunden werden. Diese müssen aber jetzt zuerst ihre Ausbildung absolvieren. Es werden dringend weitere 5 Anlagewarte benötigt. Ziel ist es bis Ende 2013 den Sollbestand zu erreichen.
Der neue Materialwart hat seine Ausbildung abgeschlossen und ist jetzt eingearbeitet. Ihm muss jetzt noch ein Stellvertreter zur Seite gestellt werden.
In den kommenden Jahren wird das Pioniermaterial kontinuierlich erneuert.
Peter Mesmer